Grüne Wirtschaftspolitik

Die Wirtschaft ökologisch ausrichten

Ein Grundsatz der Sozialen und Ökologischen Marktwirtschaft

Angesichts von Klimawandel, Umweltverschmutzung und nicht nachhaltiger Nutzung von Ressourcen müssen Volkswirtschaften in Industrie-, Schwellen-, und Entwicklungsländern für ihre zukünftigen Entwicklungspfade die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (ökonomisch – sozial – ökologisch) berücksichtigen.

Zur Erreichung der Ziele des Klimaschutzabkommens und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist eine engere Kooperation zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft unabdingbar. Eine sozial und ökologisch nachhaltig ausgerichtete Marktwirtschaft trägt direkt zu sieben der 17 Entwicklungsziele (SDGs) und mittelbar zu den anderen 10. Die wichtige Rolle der Wirtschaft wird auch durch das Ziel 8 "Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern" zum Ausdruck gebracht.

Auf ordnungspolitischer Ebene erfordert grüne Wirtschaftspolitik, Politikinstrumente und Strategien, Wettbewerbschancen und Beschäftigungsmöglichkeiten im Sinne breitenwirksamer, energieeffizienter und umweltschonender Produktions- und Konsummuster zu entwickeln. 

Regierungen und Verwaltungen sind herausgefordert, ein Grünes Unternehmertum zu fördern, das für neue, innovative Prozesse, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle steht. Dies erfordert die Unterstützung staatlicher und privatwirtschaftlicher Akteure, die den Übergang zu einer Green Economy gestalten, kontextspezifische Strategien für ein Grünes Unternehmertum entwickeln und zu ökologisch nachhaltige Wertschöpfungsketten beitragen können.

Umwelt- und Klimafinanzierungen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Transformation der Wirtschaft hin zu einer Green Economy. Dies verlangt den Aufbau und die Förderung stabiler Finanzsysteme, die angepasste Finanzdienstleistungen bereitstellen, in der Lage sind, relevante Risiken zu bewerten und das notwendige Kapital zu mobilisieren.

In all diesen Bereichen gibt es in Deutschland viel konkretes, praxisnahes Know How und Erfahrungswissen.

Der Governance-Fonds setzt sich zum Ziel, den Partnerländern dieses Know How zur Verfügung zu stellen und sie bei der Transformation zu einer inklusiven, grünen Wirtschaftspolitik zu unterstützen. Instrumente des Governance-Fonds sind Studienreisen, Dialogformate und Aus- und Weiterbildungen, um Wissenstransfer und Austausch in den Bereichen Wirtschaftspolitik, Privatsektorentwicklung und Finanzsystementwicklung zu fördern.

 

Studie im Auftrag des Governance Fonds:

The Social-Ecological Market Economy in Germany

2018 | Dr. Lars Handrich, Prof. Dr. Alexander Kritikos, Dr. Anselm Mattes and Franziska Neumann, commented by Jost de Jager, Schleswig-Holstein’s Former Minister of Economic Affairs | GIZ

Maintaining high social and environmental standards may be costly in the short term, but these high standards are also key drivers for productivity, growth and sustained long-term technological development. Germany’s general approach is actively shaping the social and ecological character of its economy through appropriate regulation, promoting private initiative and innovation and support­ing development through public-private collaboration. This mix can provide important insights for policy makers in other (developing and emerging) countries, striving for long-run economic stability and smart, sustainable, and inclusive growth. There is no universal quick path for economic growth and social well-being. Both require trust and stability, whose development takes time.

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