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01.06.2017

Modernisierung der serbischen Flurneuordnung mit deutscher Expertise

Auftaktveranstaltung in Belgrad unter der Schirmherrschaft der Direktion für landwirtschaftliche Flächen des serbischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umweltschutz und unter der Beteiligung von deutschen Flurneuordnungsexperten

Michael Becker, Anne-Kathrin Wirtz, GIZ
Teilnehmer/innen der Roundtable-Diskussion: Aleksandar Matić - Gutachter des Sekretariats für Land- und Wasserwirtschaft und Forsten der Provinz Vojvodina; Tomislav Jovanović - Repräsentant der Vertretung der Teilnehmergemeinschaft der Flurneuordnungs-Pilotgemeinde Žitoradja; Milija Miletić - Parlamentsabgeordneter Serbien, ehem. Bürgermeister der Flurneuordnungsgemeinde Svrljig; Dragana Gođevac-Obradović - Directorat für Landwirtschaftliche Flächen; Dipl.-Ing. Joachim Hartmann - Geschäftsführer des Bundesverbandes der Teilnehmergemeinschaften (BTG), Schönebeck, Deutschland; Dipl.-Ing. Jörg Fehres - Hauptdezernent „Ländliche Entwicklung und Bodenordnung“ der Bezirksregierung Köln, Deutschland.

Im April 2017 fand in Belgrad eine "Konferenz zur Modernisierung der Flurneuordnung in Serbien" unter der Schirmherrschaft der Direktion für landwirtschaftliche Flächen des serbischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umweltschutz und unter der Beteiligung von deutschen Flurneuordnungsexperten statt. Die Veranstaltung wurde von den BMZ finanzierten GIZ-Projekten „Stärkung des kommunalen Landmanagements“ und "Struktur- und Ordnungspolitischer Beratungsfonds zur Reformgestaltung" (SOB) organisiert und finanziert.

Ziel der Auftaktveranstaltung war es, relevante Personen und Institutionen in Serbien für einen Reformprozess zur Flurneuordnung zu sensibilisieren und zu motivieren. Die Veranstaltung war von serbischer und deutscher Seite hochrangig besetzt. Der serbische Staatssekretär des Ministeriums für Landwirtschaft und Umweltschutz, Velimir Stanojević sowie der deutsche Botschafter Axel Dittmann erläuterten in ihren Ansprachen die wirtschaftliche Bedeutung des Themas der Flurneuordnung für Serbien. Die einführende Fachpräsentation von Ministerialdirektor Helmut Alker (Abteilungsleiter "Ländliche Entwicklung und Verbraucherschutz" im "Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz", Baden-Württemberg) ging auf die Besonderheiten des deutschen Ansatzes und praktische Erfahrungen in der Umsetzung der Flurneuordnung ein. Unter der Moderation von Dr. Andrea Soboth diskutierten im Anschluss deutsche und serbische Experten im Rahmen einer Podiumsdiskussion dringliche und wichtige Themen zur Modernisierung der Flurneuordnung in Serbien. Tenor der Podiumsdiskutanten und der Teilnehmer war, dass ein Reformprozess zur Flurneuordnung notwendig ist. Er müsse gut durchdacht sein und alle relevanten Akteure einbeziehen. Für den Reformprozess sollen deutsche Erfahrungen genutzt werden. Experten werden den Prozess begleiten und moderieren. Verschiedene Formate wie Runde Tische, der Austausch von Fachexpertise zu spezifischen Themen sowie Informations- und Delegationsbesuche sind geplant.#

Fragmentierte und unzugängliche Landparzellen in Serbien führen zu ineffizienter landwirtschaftlicher Produktion und ungenutztem Brachland. Seit 2013 unterstützt das Projekt zum Landmanagement das Serbische Landwirtschaftsministerium bei der Verbesserung seiner derzeitigen Landmanagementpraktiken In sieben Pilotgemeinden Südost-Serbiens wurden mehr als 5.000 ha neugeordnet. Die durchschnittliche Parzellengröße hat sich bis zu um das Vierfache erhöht, Produktionskosten haben sich deutlich reduziert. Die große Mehrheit der Landbesitzer zeigt sich sehr zufrieden. Der Flurneuordnungsansatz begann mit der Anwendung der aktuellen serbischen Praktiken, die sukzessive verbessert wurden, wie es die moderne nachhaltige mechanisierte Landwirtschaft oder auch EU-Standards erfordern. Aus den Erfahrungen des Projekts wurden drei Verordnungen entworfen, die unter dem derzeitigen serbischen Gesetz über landwirtschaftliche Flächen den Rechtsrahmen der Flurneuordnung verbessern. Innerhalb des mittel- bis langfristigen Reformprozesses ist jedoch ein gesondertes Gesetz über die Flurneuordnung inklusive nachfolgender Verordnungen erforderlich. Zudem wird eine institutionelle Reform der Behörde angestrebt.

Der Struktur- und ordnungspolitische Beratungsfonds zur Reformgestaltung (SOB) stellt Partnerländern durch die systematische Einbindung von deutschen Wissens- und ErfahrungsträgerInnen deutsches Knowhow für die Gestaltung von Reforminitiativen zur Verfügung. Bis Ende 2018 wird der Reformprozess in Serbien durch den SOB und seine deutschen Netzwerkpartner unterstützt.

Region: Serbien
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